MTV Isenbüttel von 1913 e.V.

Bauvorhaben Projekt 2020 durch Gemeinde gestoppt!



 

Liebe Vereinsmitglieder,

die Corona-Krise bestimmt derzeit unser aller Alltag. Sie hat dazu geführt, dass wir den kompletten Sportbetrieb eingestellt haben und unsere für den 17. April geplante Delegiertenversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben haben. Aber trotzdem: die Arbeit geht auch und gerade in Zeiten von Corona weiter. In diesen Tagen sehen wir alle, wie wichtig es ist, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen. Nichts sehnen wir mehr herbei, als dass der Sportbetrieb im Kreise unseres Vereins mit unseren Sportkameraden und –kameradinnen wieder aufgenommen werden kann. Hierauf bereiten wir uns im Vorstand und mit unseren Spartenleitungen intensiv vor, um einen reibungslosen Start des Sportbetriebes, mutmaßlich unter strengen hygienischen Auflagen, wieder aufnehmen zu können. Auf unserer Homepage werden wir Euch demnächst über unsere Aktivitäten auf dem Laufenden halten. An dieser Stelle wünschen wir Euch für die nächsten Wochen viel Durchhaltevermögen und natürlich vor allem Gesundheit.

Nun zu unserem Projekt 2020:

 


Auf einmal ist nichts mehr wie es war. Prioritäten verschieben sich und langfristige Vorhaben lassen sich nicht mehr umsetzen. Leider betrifft dies auch unseren MTV und unser Projekt 2020. Wir haben für Euch eine schlechte und unerwartete Nachricht, welche die Zukunftspläne unseres MTV abrupt beendet.

Seit rund 4 Jahren beschäftigen sich der Vorstand, unsere Spartenleiter und diverse Arbeitsgruppen mit der Zukunft unseres MTV. Hierüber wurde in den Sitzungen unserer Delegiertenversammlungen, im Ehrenrat, in den Sitzungen des erweiterten Vorstandes und in div. Arbeitsgruppen permanent diskutiert und informiert. Gleich zum Start und besonders intensiv während der Projektlaufzeit haben wir den engen Austausch mit den Funktionsträgern der Gemeinde Isenbüttel, den verantwortlichen Ausschussmitgliedern und den Vorsitzenden der Fraktionen gesucht. Zu jedem Meilenstein unseres Projektes sind mit den verantwortlichen Vertretern der Gemeinde die nächsten Schritte besprochen worden. Wir haben uns dabei vergewissert, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Gemeinde unsere Planungen mitträgt. Von unseren Gesprächspartnern wurde unser Projekt als sinnvoll bezeichnet und jede nur denkbare Unterstützung zugesichert. Insbesondere der Schwerpunkt der geplanten Ausweitung unseres Sportangebotes für ältere und kranke Einwohner sowie eine Ausweitung des Bereiches Gesundheitssport fanden dabei die Zustimmung.

Durch die Entscheidung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde am 25. März sieht sich der Vorstand des MTV gezwungen, das Projekt 2020 für beendet zu erklären. Über die Gründe möchten wir Euch in den nachstehenden Punkten umfassend informieren:

Wortlaut der Entscheidung des Ausschusses:
Mittels nachstehender Mail vom 26. März wurde unser Geschäftsführer vom Gemeindedirektor Herrn Klaus Rautenbach über das Ergebnis der nicht öffentlichen Sitzung am 25. März in Kenntnis gesetzt:

„Hallo Helmut,
 ich muss Dir wie angekündigt den Beschluss zu Eurem Hallenprojekt mitteilen:
 
Dem MTV wird die Auskunft erteilt, dass bei der Standortsuche das Wäldchen ausgenommen werden soll und je nach Haushaltslage im Rahmen der Vereinsförderungsrichtlinie maximal 100.000,00 € als investive Förderung zur Verfügung gestellt werden können.
 
Dieser Beschluss ist am 25.03.2020 einstimmig gefällt worden.
Uns ist bewusst, dass dieser Beschluss nicht Euren Erwartungen entspricht und dass Ihr jetzt vor der Herausforderung steht, daraus Konsequenzen für die weitere Planung zu ziehen. Nach der Diskussion in den Fraktionen und einer rechtlichen Beratung musste die Entscheidung zu fallen.
Ich bitte um Verständnis.
 
Mit freundlichen Grüßen
Der Gemeindedirektor
Klaus Rautenbach
Gemeinde Isenbüttel“


Soweit der Beschluss.

Bevor wir auf die Gründe für die Einstellung unseres Projektes eingehen, ist es uns wichtig, hier nochmals auf unsere Inhalte und Planungen einzugehen.

Der MTV hat sich frühzeitig intensiv mit seiner Struktur und den zukünftigen Anforderungen aus Gesellschaft und Politik auseinandergesetzt. Dazu hat ein reger Austausch mit anderen Vereinen (z.B. MTV Vorsfelde und VFB Fallersleben) über deren Strategien und Planungen stattgefunden. Ebenfalls wurde an entsprechenden Konferenzen/Workshops des Landessportbundes Niedersachsen teilgenommen. Vor etwa 4 Jahren wurde deshalb beschlossen, die folgenden Schwerpunkte hinsichtlich der sportlichen Ausrichtung zu setzen:
 

  • Vorhandene Kapazitäten des Reha-Sports ausbauen
  • Neue Gesundheitssportangebote entwickeln (z.B. Herzsportgruppen, Krebsnachsorge)
  • Neue Kursangebote für spezielle Personengruppen (z.B.  Sport nach der Geburt)
  • Kooperationen mit anderen Sozialpartnern entwickeln, wie z.B.
    • Diakonie Tagespflege (Sportangebote z.B. für Demenzkranke)
    • Kindergärten und Schulen
    • Pflege- und Altenheime
  • Nachfrage nach Trendsportarten nachkommen (z.B. Bouldern)
  • Fitnessbereich vergrößern, dem Gesundheitssport öffnen und durch Trainerbetreuung optimieren


Um diese Strategie umzusetzen reichen die heute vorhandenen Hallenkapazitäten nicht aus. Um nur ein Beispiel zu nennen: Unsere bereits bestehenden Reha-Gruppen werden heute unter dem Dach unseres Sportheimes unter nicht mehr zeitgemäßen Bedingungen durch unsere Trainerinnen betreut. Gerade in diesem Bereich ist die Nachfrage höher als unsere Kapazitäten. Wir bedauern dies sehr, können die Situation aber zurzeit und infolge der Entscheidung der Gemeinde auch zukünftig nicht ändern.

Nach vielen Überlegungen, Analysen und Diskussionen wurde deutlich, dass eine zusätzliche Hallenkapazität von etwa 800 qm erforderlich ist. Der Kostenrahmen wurde ermittelt, ein Finanzierungsplan erstellt, über den Standort diskutiert und eine Architektin eingeschaltet. Viele Gebäudeentwürfe wurden dabei gesichtet, geändert und diskutiert. Letztendlich haben wir uns dann für einen  Entwurf entschieden. Klickt einfach die Bilder an.

            

 

             Grundriss Anbau                      Satellitenbild des Grundstücks

Gleich zu Beginn unseres Projektes rückte die Standortfrage in den Vordergrund. Wir waren uns mit allen Beteiligten einig, dass nur ein Standort im sogenannten “Wäldchen“ nördlich des A-Platzes in Frage kommt. Hierfür sprechen die unmittelbare Nähe zum Sportheim und zur Schulstraße sowie der damit verbundene positive Effekt auf anfallende Bau- und Erschließungskosten. Die Diskussionen mit der Verwaltung bzw. dem Gemeindedirektor gestalteten sich zur Standortfrage ab Beginn sehr zäh und widersprüchlich. Nachstehend eine kurze Zusammenfassung zu den diskutierten Themen in chronologischer Reihenfolge über die Aussagen der Isenbütteler Verwaltung und der Ergebnisse unserer Recherchen:

Verwaltung:
Anpflanzung des Wäldchens erfolgte mit EU-Mitteln. Rückzahlungsanspruch sprengt den Kostenrahmen. Konkrete Summen wurden trotz direkter Nachfragen nicht genannt.
Ergebnis:
In einer Ratssitzung wurde auf Nachfrage eines Ratsmitgliedes an die Verwaltung eine Rückzahlungssumme von etwa € 10.000 genannt.
Verwaltung:
Für die benötigte Fläche (4.000 qm) ist eine dreimal so große Ausgleichsfläche bereitzustellen. Ferner kann die Gemeinde keine Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen.
Ergebnis:
Maximal beträgt der Faktor das 3fache der Fläche. Kann auch weniger sein, da die Wertigkeit des vorhandenen Waldes die entscheidende Rolle spielt. Der MTV kann fehlende Ausgleichsflächen auf dem eigenen Gelände zur Verfügung stellen.
Verwaltung:
Die Naturschutzbehörde des Kreises Gifhorn hat die Bebauung abgelehnt.
Ergebnis:
In einem Vorortgespräch mit dem Vertreter des Kreises Gifhorn wurde diese Aussage widerlegt. Eine Bebauung ist unter Einhaltung bestimmter Auflagen und entsprechender Begründung möglich.

Soweit der Verlauf unserer Abstimmungen mit dem Gemeindedirektor zur Standortfrage.


Für die Entscheidung das Projekt einzustellen ist die zugesagte Förderungssumme von € 100.000 nicht ausschlaggebend. Obwohl uns eine höhere Förderung der Gemeinde bei diesem Projekt natürlich sehr gefreut hätte. Vielmehr ist der entscheidende Punkt, die fehlende Bereitschaft der Gemeinde in diesem sogenannten Wäldchen einen kleinen Teil für eine Bebauung zur Verfügung zu stellen. Wie bereits gesagt, befindet sich dieses Wäldchen nördlich unseres A-Platzes, stößt direkt an die Schulstraße und liegt in unmittelbarer Nähe zum Sportheim.

Insgesamt beträgt die Fläche etwa 4.000 qm und für unser Vorhaben hätten wir maximal  2.000 qm benötigt.
Der Wegfall dieser Fläche hätte durch den MTV mittels Bereitstellung einer Ausgleichsfläche von bis zu 6.000 qm kompensiert werden können. Dieses Angebot wurde der Gemeindeverwaltung auch frühzeitig von uns unterbreitet. Insofern hat ein positiver Bescheid der Gemeinde für die teilweise Bebauung der Fläche aus unserer Sicht positive Effekte in folgenden Punkten
 

  • Optimale Anbindung der Sportstätte an die vorhandene Infrastruktur des MTV
  • Geringster Aufwand an Bau- und Erschließungskosten
  • Optimierung der laufenden Betriebskosten
  • Entstehung von zusätzlichen Waldflächen in der Größenordnung von bis zu 4.000 qm


Bis heute wurde uns nicht wirklich vermittelt, welche Gründe gegen die von uns vorgeschlagene Bebauung sprechen. Auch der Beschluss des Verwaltungsausschusses lässt diese Frage offen. Vollkommen grotesk erscheint uns bei dieser Entscheidung die Tatsache, dass die Bereitstellung von bis zu 4.000 qm zusätzlicher Waldfläche keinen Einfluss auf die Entscheidung des Verwaltungsausschusses hatte. Insofern wurde aus unserer Sicht auch eine Chance für die Umwelt vertan.

Infolge des Beschlusses, dass das Wäldchen bei der Standortsuche generell ausgeschlossen wird, ist die Errichtung eines Neubaus durch den MTV obsolet geworden. Die Auswahl eines anderen Standortes würde für den MTV erhebliche Mehrkosten bedeuten und ist nicht zu finanzieren.

Wie geht es nun weiter? Zurzeit, auch insbesondere wegen der aktuellen Corona-Krise, sehen wir uns als Vorstand nicht in der Lage hierzu eine Aussage zu treffen. Nach mehrjähriger intensiver Arbeit müssen wir diese für uns vollkommen unerwartete Entscheidung erstmal verarbeiten. Nach den unzähligen Gesprächen mit den Vertretern der Gemeinde und politischen Parteien haben wir ein solches Ergebnis nicht erwartet.

Wir versichern Euch aber, dass wir uns sobald als möglich mit dieser Situation auseinandersetzen werden, um unseren MTV  für die zukünftigen Herausforderungen fit zu machen.

Abschließend möchte sich der Vorstand bei allen am Projekt beteiligten Mitgliedern und Unterstützern ganz herzlich für Ihre Mitarbeit bedanken. Dabei sind in erster Linie unsere Spartenleiter, der Ehrenrat des MTV und die in den Arbeitsgruppen beteiligten Mitglieder zu nennen. Ein herzliches Dankeschön für Ihre fundierte Mithilfe und Entwurfserarbeitung geht auch an unsere Architektin Frau Siegrid Sauss. Nicht zu vergessen auch Diether Herrmann, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister und Kreisbauamtsleiter. Diether hat sich mit vielen tollen Ideen eingebracht und konnte div. Aussagen der Gemeindeverwaltung hinsichtlich baurechtlicher Auflagen dank seines Fachverstandes wieder gerade rücken. Auch den von uns besuchten Vereinen, MTV Vorsfelde, VFB Fallersleben und VFR Hildesheim möchten wir für ihre Offenheit hinsichtlich ihrer vorgenommenen Vereins- und Strategieentwicklung ganz herzlich danken.

Isenbüttel, den 02.04.2020

MTV Isenbüttel
Der Vorstand


 

Login